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Miss Chantal ist der Star
bei der Nacht der Illusionen
Von Bernd Goldammer
An der Kulturmühle wurde
es am Sonnabend mit
Feuershow, Men Strip und
Travestie ziemlich magisch.
Massen strömten am Sonnabend
an die Bischheimer
Kulturmühle. „Magic – die
Nacht der Illusionen“ stand
an. Entertainer Detlev Heuke
eröffnete die Nacht der
Nächte mit einem Abba-
Medley. Zum Glück hatten die
Veranstalter zwei riesige
Videoleinwände ins Zelt
beordert. So war das
Geschehen aus allen
Perspektiven zu sehen.
Feuershows, Men Strip, Tanz
und großartiger Humor, es
fällt schwer zu sagen, was
der Höhepunkt der Nacht
gewesen ist. Zu den Sternen
dieser Nacht zählten ganz
sicher die Auftritte der
Travestie-Diva Miss Chantal.
Sie erwies sich als
Mittelpunkt, weil sie eben
nicht nur eine großartige
Schlagersängerin ist. Als
Entertainerin scheint sie
unschlagbar zu sein. Sie
löste unzählige Lachsalven
aus. Geistvolle Wortspiele
waren zu hören und auch wenn
ein Satz der Gürtellinie
nahe kam, bogen sich die
Leute vor Lachen. Chantal
beherrschte die Klaviatur
der Gefühle nahezu virtuos.
Gleiches kann man von Misses
„Daphne de Lux“ sagen. Den
Künstlernamen habe sie von
ihren Fans verliehen
bekommen, sagte sie. „Wegen
meiner tollen Karosserie“,
lacht sie zusammen mit dem
Publikum. Künstlerinnen wie
diese Dame sind rar. „Daphne
de Lux“ weiß ihre
Gewichtigkeit pointiert
einzusetzen. Und damit ist
beileibe nicht nur die
geistige Bezugsebene
gemeint. Sie scheint
mexikanisches Blut zu haben.
Das spürt man an ihren
Gesangseinlagen. Mit Sachsen
kann man Klartext reden,
meint die Hannoveranerin.
„Wegen mir hat sich noch
kein pubertäres Mädchen beim
Nachahmen zu Tode
gehungert.“, merkt sie an.
Zur Bischheimer Nacht der
Magie sei sie als erotisches
Appetithäppchen eingeladen
worden. „Und jetzt freut ihr
euch darüber, dass ein
Buffet für fünfzig Personen
auf der Bühne steht“, ruft
sie schmunzelnd. Die Menge
lacht schallend. Mit
bewundernswerter
Selbstironie macht sie sich
über ihre
Abnehm-Selbstversuche
lustig. Gleich darauf setzt
sich die Nacht mit Paula
Jackson aus Österreich fort.
Und Männer versetzten die
Bischheimer Damenwelt in
Schwingungen – Men Strip
brachte viele Frauenaugen
zum glänzen.
Die Wette verloren
Wer Jens Reuter, den Wirt
der Bischheimer Kulturmühle,
an diesem Abend begegnete,
spürte, dass er aufgeregter
war als sonst. Warum nur?
Eigentlich hätte er jubeln
müssen. Seit Februar ist
sein Festzelt ausverkauft.
Genau hier lag der Grund für
seine Beklommenheit: Als er
„Magic – die Nacht der
Illusionen“ buchte, wollte
er Zweifel bei den
Mitwirkenden auflösen.
Damals habe er sein Haar an
die Hamburger
Travestie-Künstlerin Chantal
verwettet. „Bis Weihnachten
sind alle Karten im
Riesenzelt ausverkauft, hab
ich damals gesagt“,
erinnerte er sich kurz bevor
er auf der Bühne kahl
geschoren wurde.
Es war eine große Nacht
voller außergewöhnlicher
Showelemente, Erotik und
Humor. Allen, die jetzt
traurig sind, weil sie keine
Karten bekommen haben, steht
jetzt die nächste Chance
bevor. Denn am 14. Mai 2011
gibt es die nächste
Bischheimer Nacht der
Illusionen.

Miss Chantal – hier mit
Kulturmüller Jens Reuter –
löste bei der Nacht der
Illusionen viele Lachsalven
aus. Foto: Bernd Goldammer |