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Quelle: Sächsische Zeitung Montag, 2. August 2010
 

Miss Chantal ist der Star bei der Nacht der Illusionen
Von Bernd Goldammer

An der Kulturmühle wurde es am Sonnabend mit Feuershow, Men Strip und Travestie ziemlich magisch.

Massen strömten am Sonnabend an die Bischheimer Kulturmühle. „Magic – die Nacht der Illusionen“ stand an. Entertainer Detlev Heuke eröffnete die Nacht der Nächte mit einem Abba- Medley. Zum Glück hatten die Veranstalter zwei riesige Videoleinwände ins Zelt beordert. So war das Geschehen aus allen Perspektiven zu sehen.

Feuershows, Men Strip, Tanz und großartiger Humor, es fällt schwer zu sagen, was der Höhepunkt der Nacht gewesen ist. Zu den Sternen dieser Nacht zählten ganz sicher die Auftritte der Travestie-Diva Miss Chantal. Sie erwies sich als Mittelpunkt, weil sie eben nicht nur eine großartige Schlagersängerin ist. Als Entertainerin scheint sie unschlagbar zu sein. Sie löste unzählige Lachsalven aus. Geistvolle Wortspiele waren zu hören und auch wenn ein Satz der Gürtellinie nahe kam, bogen sich die Leute vor Lachen. Chantal beherrschte die Klaviatur der Gefühle nahezu virtuos.

Gleiches kann man von Misses „Daphne de Lux“ sagen. Den Künstlernamen habe sie von ihren Fans verliehen bekommen, sagte sie. „Wegen meiner tollen Karosserie“, lacht sie zusammen mit dem Publikum. Künstlerinnen wie diese Dame sind rar. „Daphne de Lux“ weiß ihre Gewichtigkeit pointiert einzusetzen. Und damit ist beileibe nicht nur die geistige Bezugsebene gemeint. Sie scheint mexikanisches Blut zu haben. Das spürt man an ihren Gesangseinlagen. Mit Sachsen kann man Klartext reden, meint die Hannoveranerin. „Wegen mir hat sich noch kein pubertäres Mädchen beim Nachahmen zu Tode gehungert.“, merkt sie an. Zur Bischheimer Nacht der Magie sei sie als erotisches Appetithäppchen eingeladen worden. „Und jetzt freut ihr euch darüber, dass ein Buffet für fünfzig Personen auf der Bühne steht“, ruft sie schmunzelnd. Die Menge lacht schallend. Mit bewundernswerter Selbstironie macht sie sich über ihre Abnehm-Selbstversuche lustig. Gleich darauf setzt sich die Nacht mit Paula Jackson aus Österreich fort. Und Männer versetzten die Bischheimer Damenwelt in Schwingungen – Men Strip brachte viele Frauenaugen zum glänzen.

Die Wette verloren

Wer Jens Reuter, den Wirt der Bischheimer Kulturmühle, an diesem Abend begegnete, spürte, dass er aufgeregter war als sonst. Warum nur? Eigentlich hätte er jubeln müssen. Seit Februar ist sein Festzelt ausverkauft. Genau hier lag der Grund für seine Beklommenheit: Als er „Magic – die Nacht der Illusionen“ buchte, wollte er Zweifel bei den Mitwirkenden auflösen. Damals habe er sein Haar an die Hamburger Travestie-Künstlerin Chantal verwettet. „Bis Weihnachten sind alle Karten im Riesenzelt ausverkauft, hab ich damals gesagt“, erinnerte er sich kurz bevor er auf der Bühne kahl geschoren wurde.

Es war eine große Nacht voller außergewöhnlicher Showelemente, Erotik und Humor. Allen, die jetzt traurig sind, weil sie keine Karten bekommen haben, steht jetzt die nächste Chance bevor. Denn am 14. Mai 2011 gibt es die nächste Bischheimer Nacht der Illusionen.

Miss Chantal – hier mit Kulturmüller Jens Reuter – löste bei der Nacht der Illusionen viele Lachsalven aus. Foto: Bernd Goldammer

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