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Quelle: Sächsische Zeitung Montag, 27. Oktober 2008
 
Ross und die Jazzys sind Publikumslieblinge
Von Kerstin Unterstein
 
Was waren die Höhepunkte dieser langen Tanznacht zum 11. Lausitzpokal am Sonnabend? Darauf eine allgemeingültige Antwort zu finden, ist ganz sicher ein Kunststück, denn die Erwartungen und Geschmäcker sind immer sehr verschieden. Wenn der Beifall des begeisterten Publikums in der Regiobus-Messehalle ein sinnvoller Maßstab sein kann, dann gab es zwei Stars des Abends: Zum einen gehörten die Sympathien dem Ex-Bro’Sis-Sänger, Musicalstar und Dschungelkönig Ross Antony, der als Moderator neben Lars Juschten überzeugen konnte. Der Lautstärkepegel schien ganz oben angekommen zu sein, als sich beide auf einen Deal einließen: Ross Antony musste singen und Lars Juschten tanzen. Zu „Tragedy“ von den Bee Gees wurde auf der Bühne gerockt und geschmettert.

Der zweite Liebling des Abends wurde auch als dieser gekürt – den meisten Beifall von ihren vielen Fans erhielten die „Jazzy M’s“ aus Görlitz – Ausgabe xS. Dabei handelte es sich nicht um die Größenangabe ihrer Kostüme, sondern um die Kennzeichnung, dass aus der Neißestadt in diesem Jahr der Nachwuchs in der Kategorie Showtanz am Start war. Die „erwachsenen“ Jazzy M’s heizten die Halle richtig an und sorgten so für die optimale Anzahl an Kreuzchen für den Publikumsliebling. Beachtlich zudem, dass der Görlitzer Nachwuchs auch in der Jurygunst auf den zweiten Platz kam, nur ganz knapp hinter der Gruppe „Dance Attack“ aus Weißwasser, die ihren Showtanz-Pokalgewinn verteidigen konnten.

Den Start des Abends bildeten acht Nachwuchstanzgruppen bei den Teens. Die Mädchen von „Erdbeermarmelade“ aus Schönteichen bekamen viel Zuspruch von ihren treuen Fans und ein großes Lob für ihre wunderschönen und aufwändig gestalteten Katzenkostüme, die ihren Tanz zu den Melodien aus „Cats“ zu einem wunderbaren Erlebnis machten. Allerdings reichte es für eine Platzierung ganz vorn (noch) nicht. Eine tolle Vorstellung boten auch die Mädchen von der Showtanzgruppe Königsbrück zu Titeln aus Film und Fernsehen. Doch sie hatten mit der Entscheidung ganz vorn nichts zu tun. Der Sieg ging an die „Sweet Hoppers“ aus Weißwasser. Die „Junior Rokkaz“ aus Potsdam und die „Weixdorfer Dancelinge“ jubelten über die Pokale für die nächsten Plätze.

Knappe Entscheidung

Es folgten zwölf Teams bei den Hip Hopern. Mit „Replay“ vom 1. Tanzclub der Lessingstadt und „New Combination“ aus dem Projekt Kamenz can dance hatten gleich zwei Gruppen in Kamenz Heimvorteil. Außerdem war der auch in der Region bekannte Tanzcoach Mario Steinmetz selbst mit seinen „Free Breaks“ am Start. Knapp mussten sich die Tänzer aus Cottbus dem Sieger „Leftfoot Rokkaz“ beugen, die ihre Probe mit schaurigen Kulissen und Kostümen auf einen Friedhof verlegt hatten.

In der Königskategorie, dem Showtanz, gab es dann auch entsprechend farbenfrohe Kostüme und Kulissen zu sehen. Die letzten drei Gruppen machten die Platzierungen auf dem Treppchen unter sich aus. Bollywood aus Weixdorf kämpfte dabei gegen moderne Rhythmen aus Görlitz und Weißwasser. Am Ende, so Juror Oliver Zschörner, habe ein Punkt zu Gunsten von „Dance Attack“ aus Weißwasser entschieden, die damit ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigten. Dem Tanzwettbewerb in Kamenz wird die Brisanz nicht abhanden kommen, auch wenn mehr als sechs Stunden Veranstaltung eine ziemliche Herausforderung sind.

 

Das Aussehen spielt beim Showtanz eine ganz wichtige Rolle. Maria malt Madeleine von der Kamenzer Hip Hop Formation New Combination vor dem Auftritt die Wangen an.Foto: Matthias Schumann
 

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