Umjubelte Schlagerstars
in lockerer Atmosphäre
Von Jost Schmidtchen
Der deutsche Schlager
erobert Kamenz. Das zeigte
sich erneut am Sonnabend bei
der großen Schlagernacht in
den ausverkauften
Messehallen Regiobus. Schon
lange bevor das Konzert
begann, wurde zu Discomusik
getanzt und das ausgelassene
Fest ging bis in die
Morgenstunden. Die
Faszination des deutschen
Schlagers ist groß und das
Publikum, 2000 Besucher
waren gekommen, reichte von
der Jugend bis zum Rentner.
Kein Wunder bei dem
Staraufgebot.
Andrea Jürgens wird zwar
erst 40, steht aber schon
seit 30 Jahren auf der
Bühne. „Endlich einmal
wieder in Kamenz“, freute
sich die Sängerin. Ganz
klar, konnte Andrea Jürgens
doch an gleicher Stelle
bereits vor zwei Jahren als
Stargast zur Messe begrüßt
werden.
Wunderkerzen und Blumen Für
ihren Auftritt am Sonnabend
hatte sie unter ihren alten
und neuen Titeln vor allem
flotte Hits ausgewählt und
ließen die Wogen der
Begeisterung hochsteigen.
Nur einmal wurde es etwas
besinnlich, als Andrea
Jürgens das Publikum mit dem
Lied „Eleni hieß das
Mädchen“ nach Griechenland
entführte. Da wurden
Wunderkerzen entzündet und
Blumen überreicht. „Hier ist
ja was los“, meinte die
Sängerin und versprach nach
einer Zugabe „Ich komme
wieder!“
Der nächste Stargast, Oliver
Frank, brachte die
Messehalle vollends zum
Beben. „Italienische
Sehnsucht“ heißt sein
Superhit und ist sein seit
1996 meist gespielter Titel.
Der erklang gleich mehrfach
und in verschiedenen
Versionen. Aus seiner neuen
CD „Küsse und mehr“
präsentierte er „Tausend
Feuer brennen“. Die
Zugaberufe der Besucher
nahmen kein Ende und der
Sänger fragte lachend: „Ihr
wollt mich wohl fertig
machen?“. Wollte das
Publikum nicht, aber
mindestens noch ein letztes
Lied von ihm hören. Da
musste Claudia Jung sogar
etwas warten.
Zuerst ein wenig
sentimental. Auch ihr
schlugen die Wellen der
Begeisterung entgegen. Sie
war zum ersten Mal in Kamenz
und zeigte sich nicht nur
von der schönen Stadt mit
ihrer Umgebung angetan: „So
viel Leute, das haut mich
um“, so ihr Kommentar. Die
charmante Sängerin brachte
mit einigen besinnlichen
Liedern zunächst ein wenig
Sentimentalität unter das
Publikum. Doch dann ging
auch bei ihr „die Post ab“,
mit Songs, die in den 22
Jahren ihrer Karriere zu
Meilensteinen wurden:
„Stumme Signale“, die im
Medley alles andere als
stumm waren. „Die Atmosphäre
hier ist affengeil, das
Publikum super. Nach Kamenz
komme ich wieder. Das ist
versprochen!“, sagte Jung
der SZ.
Bernhard Brink setzte
schließlich den glanzvollen
Schlusspunkt. Der
Entertainer kramte zwischen
seinen Liedern in der
politischen Kiste Bayerns
und amüsierte das Publikum
mit Stoiber-Zitaten,
musikalisch jedoch hieß es
bei ihm „Ich setze auf
Sieg“. Der Berliner setzt
schon 33 Jahre auf Sieg und
seine Hits sind nach wie vor
populär.
Das Kamenzer Publikum wollte
nach dem Auftritt der
Künstler vor allem eins:
tanzen bis in den Morgen.
Die Stimmung war riesengroß
und von der Disco erklangen
noch viele deutsche
Schlager.

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